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Der Baikalsee
Der Baikalsee hat etwas ganz spezielles an sich. Seit Urzeiten von Sagen und Mythen umwoben, fasziniert er auch heute noch jeden, der an seine Ufer tritt. Bei den Burjaten, dem Volk, welches an ihm siedelt, gilt er seit jeher als heilig.
Die wissenschaftliche Betrachtung ist weniger romantisch, aber genauso spektakulär. So ist der Baikalsee mit 1637 m der tiefste See der Erde und zugleich der wasserreichste. 336 Flüsse führen ihm Wasser zu und nur ein einziger, die Angara, fliesst aus ihm hinaus. Alle Flüsse der Erde würde ein ganzes Jahr brauchen, um ihn komplett aufzufüllen. Ein Fünftel des Süsswasservorkommens unserer Erde liegt im Baikalsee - damit könnte man die Weltbevölkerung ein halbes Jahrundert lang versorgen!

Die Pflanzen und Tiere in der Baikalregion sind einzigartig. An keinem anderen Ort der Erde gibt es soviele endemische Arten. Von den insgesamt 1500 Tierarten gibt es die Hälfte nirgendwo sonst auf der Welt. Am bekanntesten ist die Baikalrobbe (Nerpa), die als einzige ihrer Familie im Süsswasser lebt. Man vermutet, dass die Tiere vor Urzeiten aus dem Nordpolarmeer in den Baikalsee gelangt sind und sich mit der Zeit den neuen Bedingungen angepasst haben.
Eine unendliche Anzahl von Kleinstlebewesen im See ist dafür besorgt, dass er sauber bleibt. Sie haben eine Art Selbstreinigungsmechanismus, mit dem das Wasser gefiltert wird. An den meisten Stellen kann man das Wasser direkt aus dem See trinken und es wird sogar als Trinkwasser weiterverkauft. Nur das Zellulosewerk am südlichen Ende stört die ansonsten wundervolle Harmonie und gefährdet das ökologische Gleichgewicht der Natur. Umweltschutzorganisationen unternehmen alles, um die Zerstörung des Sees zu verhindern. Er wurde zusammen mit seinen Ufergebieten zum Schutzgebiet erklärt und langsam beginnen die Menschen zu begreifen, was sie an ihm haben.
Wenn die Wasseroberfläche ruhig ist, kann man bis zu 40 m weit in seine Tiefe blicken. Mit einem Alter von fast 25 Millionen Jahre ist der Baikalsee der älteste See der Welt. Seine Ausdehnung erstreckt sich über eine Länge von 635 Kilometern bei einer Breite von maximal 80 Kilometern. Auch heute noch wächst er immer weiter, jedes Jahr wird er und 2 cm grösser.
Die Wissenschaftler sind sich einig, dass aus ihm irgendwann einmal, in tausenden von Jahren, ein grosses Meer bilden wird, das zwei Kontinente voneinander trennt. Aber bis es soweit ist, fliesst noch viel Wasser in den See und noch viele Generationen können ihn als das besuchen, was er heute ist: ein Juwel der Natur, das seinesgleichen sucht!
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